© Philipp Schumann

Aktive Zentren – das Förderprogramm

Mit dem Förderprogramm Aktive Zentren unterstützen der Bund und das Land Berlin die Bezirke städtische Zentren zu stärken. Im Fokus stehen dabei Geschäftsstraßen, die mit einem bunten Mix privater Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote sowie öffentlicher Einrichtungen wichtige Identifikationsorte für die umliegenden Wohnquartiere sind.

Das Förderprogramm Aktive Zentren zielt darauf ab, gewachsene Zentrumsstandorte zu stärken. Fördermittel aus diesem Programm können eingesetzt werden, um Rahmenbedingungen für die Funktionsfähigkeit der Geschäftsstraßen zu verbessern und beispielsweise öffentliche Räume zu erneuern und aufzuwerten.

Unterstützung erhalten Maßnahmen und Aktivitäten innerhalb folgender Förderschwerpunkte:

  • Handel und Gewerbe stärken
  • Kultur- und Stadterleben ermöglichen
  • Lebensqualität fördern, Wohnfunktion stärken
  • Soziale und ethnische Integration fördern
  • Zukunftsfähige Mobilitätslösungen entwickeln
  • Strategisch und kooperativ handeln
  • Baukultur und Gestaltqualität fördern

Besonderer Wert wird auch auf Kooperationsprojekte gelegt, bei denen private Eigentümerinnen und Eigentümer mit einer Förderung von bis zu 50 Prozent kleine bauliche Maßnahmen und Aktionen durchführen können. Ebenso sind Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und zur Verbesserung des Standortimages förderfähig.

Hier finden Sie weitergehende Informationen zum Förderprogramm Aktive Zentren:

Link: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Link: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Residenzstraße – das Fördergebiet

Gebietsbeschreibung

Die Residenzstraße ist die traditionelle Geschäftsstraße in Reinickendorf Ost mit einer bunten Vielfalt aus unterschiedlichen, privatwirtschaftlichen Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten sowie öffentlichen Einrichtungen. Zu ihren Standortqualitäten gehören die vielfältige Baustruktur, die Nähe zur Berliner Innenstadt, eine gute ÖPNV-Anbindung sowie wohnungsnahe, denkmalgeschützte Grünflächen.

Allerdings führt, wie auch bei anderen Geschäftsstraßen in Berlin, unter anderem der Strukturwandel im Einzelhandel zu einem Abwärtstrend. Hohe Fluktuation, Leerstand, wenig Branchenmix und ein negatives Standortimage sind mögliche Folgen. Darüber hinaus stellt das teilweise konkurrierende Miteinander von Anlieger-, Durchgangs-, Rad- und Fußgängerverkehr für die Residenzstraße eine große Herausforderung dar.

Mit der Aufnahme der Residenzstraße in das Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ im Juli 2015 wurde der Grundstein zur Aufwertung der Geschäftsstraße zu einer attraktiveren Einkaufsstraße gelegt. Das übergeordnete Ziel hierbei ist, das Stadtteilzentrum Residenzstraße zu einem attraktiven und funktionsfähigen Standort für Einzelhandel, Freizeit, Bildung und Kultur aufzuwerten. Mit Mitteln dieses Programms sollen bis 2025 sowohl bauliche als auch imageverbessernde Maßnahmen finanziert werden.

Das Fördergebiet erstreckt sich entlang der Residenzstraße zwischen Kolpingplatz im Norden und Franz-Neumann-Platz im Süden. In westlicher und östlicher Ausdehnung schließen sich Wohnquartiere an. Das Gebiet umfasst außerdem die denkmalgeschützten Grün- und Freiflächen Klemkepark, am Breitkopfbecken und am Schäfersee, die wichtige Naherholungsorte für die Anwohnerinnen und Anwohner darstellen. Darüber hinaus sind das UNESCO-Weltkulturerbe der Weißen Stadt und der Dorfanger Alt-Reinickendorf als Sehenswürdigkeiten im näheren Umfeld erwähnenswert.

 

  AZ Residenzstraße Bezirk Reinickendorf Berlin
Kinder (unter 6 Jahren) 6,5 % 5,9 % 6,0 %
Personen im Alter von 65 Jahren oder mehr 17,2 % 23,7 % 19,1 %
Ausländerinnen und Ausländer 25,5 % 17,0 % 19,2 %
Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund 21,0 % 14,8 % 13,4 %

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Stand 31.12.2017

 

Bericht zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept

Um die Residenzstraße, die traditionelle Geschäftsstraße in Reinickendorf Ost, wieder attraktiver zu gestalten, bewarb sich der Bezirk Reinickendorf im Frühjahr 2014 um eine Aufnahme des Ortsteilzentrums Residenzstraße in das Bund-Länder-Programm Aktive Zentren. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm sind Finanzhilfen für Investitionen in die Standortentwicklung und -profilierung verbunden. Sie können für die Verbesserung der Straßen, Wege und Plätze, die Wiedernutzung leerstehender Gebäude oder Ladenflächen sowie für die Unterstützung des Einzelhandels und der Gewerbetreibenden durch ein Geschäftsstraßenmanagement eingesetzt werden.

Grundlage für den Einsatz von Fördermitteln aus dem Programm Aktive Zentren ist ein für die Residenzstraße erarbeitetes Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK). Hierin wurden auf der Basis einer umfassenden Bestandsanalyse sowie einer Beteiligung der Bewohnerschaft und Akteure vor Ort Strategien und Maßnahmen für eine Aufwertung der Geschäftsstraße und ihrer näheren Umgebung entwickelt. Sie sollen in Verbindung mit privatwirtschaftlichen Initiativen einer nachhaltigen Verbesserung der Residenzstraße den Weg bereiten. Der Bericht kann unter dem unten stehenden Link abgerufen werden.

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept für die Residenzstraße wurde durch das Bezirksamt Reinickendorf beschlossen und bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen eingereicht. Mit dem darauffolgenden Beschluss des Senats über die Festlegung neuer Fördergebiete stehen seit 2015 Fördermittel für die Residenzstraße zur Verfügung, um die o.g. Ziele zu erreichen.


Link: Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für die Residenzstraße

Der Gebietsbeauftragte
© S.T.E.R.N. GmbH

Seit Herbst 2015 stehen dem Bezirksamt bei der Umsetzung des Förderprogramms Aktives Zentrum ein Gebietsbeauftragter und ein Geschäftsstraßenmanagement zur Seite.

Der Gebietsbeauftragte unterstützt den Bezirk dabei, die Gesamtmaßnahme zu koordinieren und übernimmt Schnittstellenaufgaben, wie z.B.

  • die Arbeit mit dem Geschäftsstraßenmanagement abzustimmen,
  • das Gebietsgremium zu unterstützen,
  • die Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen und
  • die Bürgerbeteiligung zu koordinieren.

Gebietsbeauftragter ist die S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH. Zum Team gehören die Projektleiterin Barbara Neubauer sowie ihre Kolleginnen und Kollegen Heike Pfeiffer, Niklas Fluß und Julia Kroll.

Konkret übernimmt das Büro u.a. folgende Aufgaben:

  • Unterstützung des Bezirks bei der Koordination der Gesamtmaßnahme, den Durchführungsaufgaben des Förderprogramms und der Abwicklung des Förderverfahrens
  • Fortschreibung des des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK)
  • Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und des Bezirks bei der Projektsteuerung für Einzelmaßnahmen
  • Begleitung und Organisation von Beteiligungsprozessen
  • Unterstützung bei der Einbindung der fachlich Beteiligten
  • Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen zur Imageverbesserung und Unterstützung des Bezirks bei der Öffentlichkeitsarbeit

Das Team steht Ihnen jederzeit als Ansprechpartner für Informationen, Anregungen oder Fragen zur Gebietsentwicklung zur Verfügung. Informieren und beteiligen Sie sich!


Kontakt

"Milieuschutz"

Seit Anfang des Jahres 2019 ist ein großer Teil des Fördergebiets des Aktiven Zentrums Residenzstraße Teil des Geltungsbereichs des sog. "Milieuschutzgebietes" "Letteplatz".

Gemäß § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Baugesetzbuches (BauGB) soll mit der sozialen Erhaltungsverordnung, die auch als „Milieuschutzverordnung“ bezeichnet wird, die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung erhalten und die weitere Verdrängung der bereits gebietsansässigen Wohnbevölkerung verhindert werden, um negative städtebauliche Auswirkungen zu vermeiden.

Wohnen Sie im sozialen Erhaltungsgebiet Letteplatz, können Sie die kostenlose Mieterberatung aufsuchen, wenn Ihr Vermieter z.B. baut modernisiert oder umwandelt. Immer donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr im Büro des QM Letteplatz, Mickestr. 14.

Im Geltungsbereich der Erhaltungsverordnung bedürfen Vorhaben der gesonderten Genehmigung durch das Bezirksamt. Dies betrifft insbesondere umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Die Prüfung und Entscheidung über Maßnahmen erfolgt nach den vom Bezirksamt Reinickendorf beschlossenen Genehmigungskriterien. Sogenannte „Luxusmodernisierungen“, aber auch andere Vorhaben, die die Mieten stark in die Höhe treiben, können versagt werden. Ebenfalls untersagt werden können Maßnahmen, die zu einem Verlust von Wohnraum führen würden, wie der Abriss oder die Zusammenlegung von Wohnungen oder die Nutzungsänderung von Wohnen zu Gewerbe oder zu Ferienwohnungen.
Darüber hinaus besteht ein Genehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sowie ein bezirkliches Vorkaufsrecht beim Verkauf eines Grundstückes.

Weitere Informationen, die genaue Abgrenzung des Gebiets und die detaillierten Genehmigungskriterien finden Sie hier.

Quartiersmanagement Letteplatz

Seit 2009 gibt es nun schon das Quartiersmanagement (QM) am Letteplatz. Das Gebiet des QMs erstreckt sich von der Mittelbruchzeile zum Ritterlandweg und vom Schäfersee zur Provinzstraße. Somit überschneiden sich auch größere Bereiche dieses Gebiets mit dem Fördergebiet des Aktiven Zentrums Residenzstraße.

Gemeinsam mit allen Interessierten entwickelt das QM Strategien für die Entwicklung der Nachbarschaft. Darauf aufbauend werden Projekte und Aktionen organisiert, um die Lebensverhältnisse zu verbessern und Bildungschancen zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des QMs Letteplatz.