© Philipp Schumann

Rahmenkonzept zur Umgestaltung der Residenzstraße

Die das Fördergebiet durchquerende und namengebende Residenzstraße soll als Geschäftsstraße langfristig in ihrer Funktion als Ortsteilzentrum für den Ortsteil Reinickendorf-Ost gestärkt werden. Dies ist die zentrale Aufgabe im Rahmen des Aktiven Zentrums Residenzstraße.

Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt der Bundesstraße B 96 mit täglich mehr als 40.000 Fahrzeugen. Die damit verbundene Belastung mit Lärm und Abgasen sowie die Inanspruchnahme eines großen Teils des Straßenraums durch den fließenden und ruhenden Verkehr machen es unattraktiv, sich hier länger aufzuhalten. Das beeinträchtigt auch die Funktionsfähigkeit der Geschäftsstraße in erheblichem Maße.

Um die Situation spürbar zu verbessern und die Geschäftsstraße aufzuwerten, ist v.a. der Zielkonflikt Verkehr – Aufenthaltsqualität – unterschiedliche Nutzungsansprüche an den Straßenraum zu lösen.

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für zu Fuß Gehende und Radfahrende, eine Verbesserung der Beleuchtung, Gestaltung und Ausstattung der Gehwegbereiche wie auch die Berücksichtigung der Belange der Gewerbetreibenden und mobilitätseingeschränkter Personen können die Aufgabenstellung nur umreißen. Der fließende und der ruhende Verkehr in dieser Straße lassen sich wenig beeinflussen: die Straße muss vierspurig bleiben und ein Großteil der vorhandenen Parkplätze wird für die Kundinnen und Kunden der Geschäftsstraße sowie den Lieferverkehr benötigt.

Um den Spielraum zur Verbesserung der Situation auszuloten, wurde 2016/2017 durch das Büro stadtraum in Kooperation mit den Landschaftsarchitekten von Fugmann Janotta und Partner ein Rahmenkonzept  für die Umgestaltung der Residenzstraße erarbeitet. In diesen Prozess waren Bürgerinnen und Bürger wie auch Geschäftsleute und Vertreter von Polizei, BVG etc. gleichermaßen eingebunden. Mehrere öffentliche Workshops begleiteten das Planungsverfahren.

Im Ergebnis liegen nun sowohl ein städtebauliches Gestaltungs- und Beleuchtungskonzept als auch Vorschläge für die Gestaltung der straßenbegleitenden Grünbereiche vor. Durch Veränderungen in der Anordnung und Aufteilung der Verkehrsflächen kann eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erreicht werden  Dies ist eine der Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Geschäftsstraße. Dieses Rahmenkonzept dient nun als Grundlage für die weiteren Planungen zur Umgestaltung der Residenzstraße.

Konkret sieht das Konzept u.a. die Schließung der Überfahrt Residenzstraße (Mittelstreifen) in Höhe Raschdorffstraße sowie die Schließung der Einmündung Raschdorffstraße vor. Auf diese Weise könnte hier eine platzähnliche Situation mit erhöhter Aufenthaltsqualität entstehen. Zur Klärung der Machbarkeit einer solchen Lösung und eventueller Auswirkungen auf die benachbarten Straßen wurde 2017 bereits ein mehrwöchiger Verkehrsversuch durchgeführt. Das Ergebnis belegt, dass die negativen Auswirkungen durch Verlagerung der Verkehrsflüsse nur gering ausfallen und vertretbar sind. Aus diesem Grund kann die vorgeschlagene Variante der weiteren Planung zugrunde gelegt werden.

Die bauvorbereitenden Planungen sollen ab 2019 fortgeführt werden.